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#88: KI entscheidet nicht, wie ein Unternehmen künftig Geld verdient

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Künstliche Intelligenz ist derzeit allgegenwärtig. Kaum ein Vorstandsgespräch, kaum eine Strategierunde, in der nicht über ChatGPT, Copilot oder neue KI-Plattformen gesprochen wird. Viele Unternehmen investieren früh – manchmal hastig – in Lizenzen, Tools oder ganze Infrastrukturprojekte. Die Erwartung dahinter ist oft diffus, aber groß: KI soll Effizienz bringen, Innovation ermöglichen und am Ende den wirtschaftlichen Erfolg sichern. Doch genau hier beginnt das Problem. Denn KI ist kein Ersatz für unternehmerisches Denken – und schon gar keine Strategie.

Das Wichtigste in Kürze

  • KI ist ein technologischer Durchbruch, aber kein Geschäftsmodell
  • Die zentrale Frage lautet nicht „Wo setze ich KI ein?“, sondern „Womit verdienen wir künftig Geld?“
  • Technologie entfaltet ihren Wert erst auf Basis eines klaren Unternehmenszwecks
  • KI wirkt als Verstärker bestehender Strategien – nicht als deren Ursprung
  • Wer mit Tools beginnt, betreibt meist planlosen Aktionismus

#1 Technologie vor Strategie ist die falsche Reihenfolge

Aktuell ist zu beobachten, dass Unternehmen den Einstieg in KI häufig über Tools definieren. Es werden Lizenzen verteilt, Plattformen angeschafft oder zentrale KI-Zugänge geschaffen – oft ohne klaren Anwendungsrahmen. Die implizite Annahme: Wenn wir KI einsetzen, entsteht der Nutzen schon von selbst.

Doch die entscheidende Frage ist nicht, wo KI eingesetzt werden kann. Die entscheidende Frage ist, wie das Geschäftsmodell eines Unternehmens in den kommenden Jahren aussehen soll. KI definiert kein Wertversprechen, sie bestimmt nicht den Kundennutzen und sie entscheidet nicht darüber, wie ein Unternehmen künftig Geld verdient.

Langfristig erfolgreiche Unternehmen haben schon viele technologische Umbrüche überstanden. Was sie jedoch nicht überleben, sind ein unklarer Unternehmenszweck, fehlende Strukturen und Geschäftsmodelle, die am Markt vorbei entwickelt wurden.

#2 Der Ausgangspunkt: Welches Problem lösen Sie künftig?

Bevor KI überhaupt relevant wird, müssen grundlegende Fragen beantwortet sein:
Welches konkrete Problem lösen wir? Für welche Zielgruppe? Welches Kundenbedürfnis – idealerweise ein bislang unzureichend erfülltes – adressieren wir? Und wie ist unsere Wertschöpfung organisiert?

Erst wenn diese Punkte klar sind, entsteht ein stabiler Rahmen, in dem technologische Entscheidungen sinnvoll getroffen werden können. Ohne diesen Rahmen bleibt KI ein Selbstzweck.

#3 KI als Begleiter im Strategie- und Entwicklungsprozess

Richtig eingesetzt kann KI entlang des gesamten Strategieprozesses wertvoll unterstützen. Bereits bei der Marktanalyse können Sprachmodelle helfen, aktuelle Marktsituationen zu erfassen, Wettbewerber zu analysieren oder Kundenbedürfnisse zu strukturieren.

In einer späteren Phase kann KI als Innovationsbegleiter dienen – etwa beim Brainstorming neuer Angebote, beim Weiterdenken bestehender Kompetenzen oder beim Hinterfragen etablierter Annahmen. Sie erweitert den Horizont, ersetzt aber nicht die Verantwortung für Entscheidungen.

Auch bei der Bewertung eines Geschäftsmodells kann KI unterstützen. Klassische Fragestellungen – etwa nach Erlöslogiken, Kostenstrukturen, Risiken oder Skalierbarkeit – lassen sich strukturiert vorbereiten. Die unternehmerische Bewertung jedoch bleibt menschliche Aufgabe.

#4 Erst das Geschäftsmodell, dann das System, dann die Technologie

Ein tragfähiger Ansatz folgt einer klaren Reihenfolge: Zuerst steht das Geschäftsmodell, dann die organisatorischen und prozessualen Systeme – und erst danach die Technologie. KI kann ein Produkt verbessern, Prozesse beschleunigen oder neue Möglichkeiten eröffnen. Sie kann sogar entscheidend dafür sein, dass ein Geschäftsmodell funktioniert. Aber sie ersetzt nicht das Denken, das diesem Modell zugrunde liegt.

Wer diese Reihenfolge umkehrt, investiert häufig viel Geld in Lösungen ohne klaren Zweck. Das Ergebnis ist nicht Innovation, sondern Aktionismus.

#5 Fazit: KI ist ein Verstärker – keine Abkürzung

Künstliche Intelligenz entscheidet nicht, wie ein Unternehmen künftig Geld verdient. Diese Verantwortung liegt weiterhin bei den Unternehmerinnen und Unternehmern selbst. Wer KI sinnvoll nutzen möchte, sollte zuerst Klarheit über Strategie, Wertschöpfung und Kundennutzen schaffen. Erst dann wird KI zu dem, was sie sein kann: ein wirkungsvoller Verstärker guter Entscheidungen.

Der nächste sinnvolle Schritt ist daher nicht der Kauf weiterer Lizenzen, sondern die ehrliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Geschäftsmodell – und der Frage, welchen Wert das Unternehmen morgen am Markt schaffen will.

#TheYellowShoes

Mein Name ist Prof. Dr. Markus Haid und als Digitalisierungsexperte begleite ich Unternehmen auf Ihrem Weg in die Digitalisierung.

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